coming soon

#lovestoryzeit zum Thema: Wiedersehen

Für gewöhnlich vermeide ich die Stoßzeiten. Im dichten Gedränge der Wochenendeinkäufer fühle ich mich unwohl, aber der kurzfristige Besuch meiner Eltern zwingt mich einzukaufen. Die Menschenmassen, das Geschubse und die versehentlichen Berührungen jagen mir eisige Schauer über den Rücken.

Zum Glück stehe ich an der Kasse. Nach dem Bezahlen ergreife ich meinem Korb und eile davon. Prompt stoße ich mit einem Mann zusammen und meine Besorgungen purzeln über den Boden.

„Verdammt!“

Fahrig sammle ich die Lebensmittel ein und versuche der aufsteigenden Panik Herr zu werden. Der Fremde beugt sich zu mir und hilft, Butter, Quark und Zucker in den Korb zurückzulegen.

„Maria?“

Diese nach zähflüssigem Honig klingende Stimme beruhigt mich, obwohl ich sie seit Jahren nicht gehört habe. Zaghaft blicke ich auf und schaue mit klopfendem Herzen in die graugrünen Augen von Andreas.

„Andy!“

Er hilft mir hoch, vergewissert sich, dass alles aufgehoben ist und führt mich behutsam in ein angrenzendes Café. Meine Angststörung ist ihm bekannt und er weiß, wie es mir gerade geht.

Die Frage nach meiner Katze ist ein lockerer Gesprächseinstieg und wir kommen ins Plaudern. Mein Herz schlägt Purzelbäume, als er mich sanft berührt. Andy ist der Einzige, der das je getan hat, ohne dass ich panisch geworden bin.

Wenn wir beide an uns arbeiten, könnte es sein wie früher, denke ich und suhle mich in der Wärme seiner Fingerspitzen auf meinem Handrücken.

Plötzlich holt er sein klingelndes Smartphone aus der Innentasche seiner Jacke und nimmt das Gespräch an.

„Hallo Liebes, ich bin im Café …“

#lovestoryzeit zum Thema Skihütte

So hatte ich mir das vorgestellt. Ein Wochenende in einer einsamen Hütte in den Bergen.
Vor zwei Stunden hat mich der Vermieter mit dem Skidoo abgesetzt. Er war der Letzte, den ich für die nächsten vier Tage zu Gesicht bekomme.
Über den einsetzenden Schneefall freue ich mich. Ich möchte mich an der Schönheit der Natur sattsehen, vor dem Kamin Bücher lesen und endlich zur Ruhe kommen.

Versunken in einen Krimi schreckt mich ein Poltern auf. Mein Herz klopft. Als ich ein Schaben am Schloss höre, will es aus dem Brustkorb springen. Die Tür schwingt auf und ein eingeschneiter Mann tritt herein.

„Wer bist du denn?“, fragt er überrascht.

„Das Gleiche wollte ich dich fragen.“

Er kommt herein, als wäre er hier zu Hause, streift seine Jacke von den Schultern und nimmt sich in der Küche von meinem Früchtetee.

„Hey, was soll das? Das ist meiner! Das ist meine Hütte, mein Tee und meine Flucht aus der Zivilisation.“

Gelassen lehnt er sich gegen die Küchenzeile und mir fällt auf, wie sexy der Eindringling ist.

„Hast du mal vor die Tür geschaut? Ich habe ist mit meinem Schneemobil bis zum See geschafft. Den Rest des Weges musste ich laufen. Ehe sich die Lage nicht beruhigt, gehen wir nirgendwo hin.“

Bei seinen Worten kommt er auf mich zu und blickt mir tief in die Augen. Ich will etwas erwidern, aber er fällt mir ins Wort.

„Halt den Mund!“ Er senkt seinen Kopf und lässt mich mit einem unendlich sanften Kuss meine Widerworte vergessen.


#lovestoryzeit zum Thema Verwählt

Wofür war das eckige Symbol, das aussieht wie eine liegende Flasche in dieser Instagram Gruppe ‚Rosenzüchter München“? 

Das ganze Social Media überfordert mich ziemlich, aber wie sagte meine Freundin: „Da kannste nix verkehrt machen.“ 

Versuchsweise tippe ich darauf. Es ertönt ein Klingelton und auf dem Display erscheint ein laufender Kreis. „Teilnehmer wird kontaktiert“. 

Mein Herz rast. Verdammt, rufe ich gerade die ganze Gruppe an? Hastig suche ich nach einem Button zum Beenden und schalte das Smartphone ab. Nur beendet das nicht automatisch den Anruf. 

„Hallo Rosengarten123!“ 

Eine sonore, männliche Stimme erklingt und ich schalte hastig wieder ein. 

Erschrocken registriere ich, dass es kein Anruf ist, zu allem Überfluss ist es ein Videocall. 

„Eh, hallo … das war …“ 

„Ein Versehen? Das ist mir schon klar, keiner ruft absichtlich in Instagruppen an. Ich wollte erfahren, wer hinter dem Rosenavatar steckt.“ 

Das Schmunzeln im Gesicht des attraktiven Mannes auf dem Display lässt mir vor Scham die Röte in die Wangen schießen. Er hat einen dunkelblauen Anzug an und sitzt allem Anschein nach im Büro. 

Vor Verlegenheit bringe ich kein Wort heraus. Er deutet mit seiner Hand auf seinen Kopf. 

„Wie ich sehe, bereitest du dich auf unser Date vor. Passt es dir um zwanzig Uhr im Trappatonis?“ 

„Welches Date?“, stammle ich, und betrachte entsetzt mein Bild auf dem Display. Immerhin sitze ich mit frisch gewaschenen Haaren da. 

„Na, unser Date. Hör zu, ich muss weiterarbeiten. Ich bin gespannt, wie du ohne die pinken Lockenwickler aussiehst. Bis später!“ 


#lovestoryzeit zum Thema Abschied

Für ein Blind Date, dass meine Freundin für mich organisiert hat, ist der Abend mit ihm absolut phantastisch gewesen. Er ist charmant, witzig und zeigt nicht nur oberflächliches Interesse an mir.

Wir sitzen seit Stunden in diesem edlen, portugiesischen Restaurant und haben nach dem Essen die zweite Flasche Wein geleert. Wir sind die letzten Gäste und man sieht den Mitarbeitern an, dass sie nach Hause möchten.

Daniel hat anscheinend das gleiche Gefühl. Er verlangt die Rechnung und lehnt es entschieden ab, sie sich mit mir zu teilen.

Kurze Zeit später treten wir vor die Tür. Ein eisig kalter Wind pfeift durch die Gassen. Ich ziehe die Aufschläge meines Mantels enger und sehne mich in die Wärme des Restaurants zurück.

Die Zeit des Abschieds ist gekommen. Er wohnt in entgegengesetzter Richtung zu meiner Wohnung und meine Haltestelle ist am Ende der Straße.

„Bist du sicher, dass ich dich nicht begleiten soll?“

Seine Frage lässt mich schmunzeln. Aber so weit bin ich noch nicht.

„Ja, ich kenne den Weg nach Hause.“

Sein dröhnendes Lachen lässt meinen Körper kribbeln und Röte schießt mir in die Wangen. Es ist schön, wieder etwas anderes als Trauer zu fühlen.

„Ist es ein Abschied für immer?“, fragt er plötzlich ernst. „Oder willst du mich wiedersehen?“

Nach einem sanften Kuss auf meine Lippen blickt er mich abwartend an.

„Nein, es ist kein Abschied für immer. Aber vielleicht bis morgen?“


#lovestoryzeit zum Thema Candle-light-Dinner

Wir fahren in Chris Wagen zu einem Geschäftsessen. Er hat mir nicht gesagt, wo wir hingehen, und in seinem Kalender stand kein Termin.

Es ist nicht unüblich, dass ich ihn begleite, aber für gewöhnlich weiß ich, wen er trifft.

Ich arbeite als Assistentin für ihn und hat er gerade keine Begleitung parat, springe ich häufig ein. Meine Arbeit für ihn bringt mit sich, dass ich über die meisten geschäftlichen Themen im Bilde bin und er ist ein angenehmer Gesprächspartner, mit dem ich mich auch privat gut unterhalten kann.

Er parkt vor einem italienischen Restaurant und hilft mir gentlemanlike beim Aussteigen. Ich ergreife seinen dargebotenen Arm und bin dankbar, etwas zu haben, an dem ich mich festhalten kann. Andernfalls würde er sicherlich merken, dass ich - wie jedes Mal - vor Aufregung zittere.

„Du bist so schweigsam“, versuche ich die Anspannung, die zwischen uns herrscht, zu durchbrechen.

„Ich bin nervös. Heute Abend steht viel auf dem Spiel.“

Er ist nie nervös. Ich wüsste nicht, bei welchem Projekt viel auf dem Spiel stünde. An was hat er gearbeitet, was kritisch sein könnte?

Wir betreten den Vorraum des Restaurants. Ein Kellner begleitet uns zu einem festlich gedeckten Tisch und rückt mir den Stuhl zurecht.

Perplex mustere ich die einzelne rote Rose, die zwischen Teelichtern und losen Blütenblättern liegt. Mein Herz beginnt zu rasen und meine Handflächen werden feucht. Mit wackeligen Knien setze ich mich und warte auf seine Erklärung.

„Ein Dinner - nur für uns beide - ist lange überfällig, findest du nicht?“


#lovestoryzeit zum Thema Skihütte

So hatte ich mir das vorgestellt. Ein Wochenende in einer einsamen Hütte in den Bergen.

Vor zwei Stunden hat mich der Vermieter mit dem Skidoo abgesetzt. Er war der Letzte, den ich für die nächsten vier Tage zu Gesicht bekomme.

Über den einsetzenden Schneefall freue ich mich. Ich möchte mich an der Schönheit der Natur sattsehen, vor dem Kamin Bücher lesen und endlich zur Ruhe kommen.

Versunken in einen Krimi schreckt mich ein Poltern auf. Mein Herz klopft. Als ich ein Schaben am Schloss höre, will es aus dem Brustkorb springen. Die Tür schwingt auf und ein eingeschneiter Mann tritt herein.

„Wer bist du denn?“, fragt er überrascht.

„Das Gleiche wollte ich dich fragen.“

Er kommt herein, als wäre er hier zu Hause, streift seine Jacke von den Schultern und nimmt sich in der Küche von meinem Früchtetee.

„Hey, was soll das? Das ist meiner! Das ist meine Hütte, mein Tee und meine Flucht aus der Zivilisation.“

Gelassen lehnt er sich gegen die Küchenzeile und mir fällt auf, wie sexy der Eindringling ist.

„Hast du mal vor die Tür geschaut? Ich habe ist mit meinem Schneemobil bis zum See geschafft. Den Rest des Weges musste ich laufen. Ehe sich die Lage nicht beruhigt, gehen wir nirgendwo hin.“

Bei seinen Worten kommt er auf mich zu und blickt mir tief in die Augen. Ich will etwas erwidern, aber er fällt mir ins Wort.

„Halt den Mund!“ Er senkt seinen Kopf und lässt mich mit einem unendlich sanften Kuss meine Widerworte vergessen.


#lovestoryzeit zum Thema Fernweh

Der Ausblick aus der kleinen Zweizimmerwohnung betrübt mich. Im Schein der untergehenden Märzsonne sehe ich Sozialbauwohnungen und asphaltierte Straßen, soweit das Auge reicht. Die einstigen Grünflächen zwischen den Hochhäusern haben sich während des nasskalten Winters durch die darauf spielenden Kinder in schlammige Matschlandschaften verwandelt. Und die vereinzelten Bäume, die im Sommer mit ihrem Laubkleid das Elend darunter verhüllen, haben noch nicht ausgetrieben.

Sehnsüchtig denke ich an unseren letzten Urlaub. Es waren unsere Flitterwochen, die wir in Neuseeland verbracht haben. Wir haben unserer Leidenschaft gefrönt und waren zum Wandern in den Bergen. Eine unserer Touren hat uns an einem Gebirgsbach entlang zu einem kleinen, verträumten Bergsee geführt. Im Schatten eines Baumes haben wir eine Decke ausgebreitet.

Nach einem ausgiebigen Picknick hat Oliver mich geliebt. Zu diesem Zeitpunkt hat keiner damit gerechnet, wie sehr sich unser Leben verändern würde.

Ich stehe am Fenster im dreizehnten Stock. Weit weg von dem Haus mit Garten und den 1,5 Kindern und denke an das Picknick am See. In meinem Herzen hat sich eine Sehnsucht eingenistet, die nicht auszumerzen ist. All meine Träume haben sich in Schall und Rauch aufgelöst.

„Liebes, kommst du?“

Erschöpft löse ich mich von meiner stummen Betrachtung und gehe zu Oliver. Er hat das Abendessen gerichtet und beim Anblick der Kiwi auf meinem Teller steigen mir Tränen der Rührung in die Augen.

Mein Mann kommt zu mir und nimmt mich fest in seine Arme. „Wir können vielleicht gerade nicht nach Neuseeland fliegen, aber ein Stück Neuseeland kann zu dir kommen.“

#lovestoryzeit zum Thema Versetzt

Seit einer halben Stunde warte ich darauf, dass Sebastian zu unserem Date auftaucht. Bevor ich mich komplett lächerlich machen kann, verstaue ich mein Smartphone und blicke mich noch einmal suchend um. Der Biergarten ist an diesem ersten warmen Frühlingstag gut besucht, aber nein, ich finde ihn nirgends.

Als ich gerade aufstehen will, tritt ein Fremder an meinen Tisch. Er beugt sich zu mir herab und gibt mir einen Kuss auf die Wange, als wären wir miteinander vertraut.

„Sie werden auf 15 Uhr von mehreren Damen beobachtet.“

Er setzt sich neben mich, legt seinen Arm auf meine Schulter und zieht mich schützend an sich. Unauffällig lasse ich meinen Blick umherschweifen und was ich sehe, treibt mir die Zornesröte auf die Wangen.

Sebastians Ex sitzt im Kreis ihrer Freundinnen und wirft mir hämische Blicke zu. In ihrer Hand blitzt das auffällig blaue Smartphone, dass ihm gehört. Hat sie sich etwa mit ihm versöhnt und dieses Date inszeniert, um ich zu demütigen?

„Freunde von dir?“ Die raue Stimme an meinem Ohr bringt mein Herz zum Klopfen.

„Wohl kaum.“ Schnaubend will ich mich von ihm lösen, aber er hält mich eisern fest. „Mein Date hat mich versetzt und sie ergötzen sich daran.“

„Oh.“ Raunend zieht er mich noch ein Stückchen zu sich, tippt mit dem Finger an mein Kinn und dreht meinen Kopf in seine Richtung. „Dein Date hat sich nur ein wenig verspätet.“

Einen Wimpernschlag später liegen seine weichen Lippen auf meinen und bringen meine Welt zum Beben.


In meiner Lieblingsbuchhandlung wühle ich mich seit geraumer Zeit durch einen Remittendentisch und komme mir immer wieder mit einem freundlichen Mann in meinem Alter ins Gehege.

Ständig greift er nach Schmökern, die ich mir gerade anschauen will und umgekehrt, und wir grinsen uns verschmitzt an.

Als es wieder geschieht, fasse ich mir ein Herz und spreche ihn an.

„Ich wüsste zu gerne, welche Bücher in deinem Regal stehen. Bei dir würde mir sicherlich nicht langweilig werden.“

„Dein Regal würde mich auch interessieren.“

Wir kommen in ein angeregtes Plaudern und flirten ungeniert miteinander. Ein Mann, der meinen Büchergeschmack teilt, ist eine Rarität.

„Hasiiiiiibär?“

Der schrille Ruf dröhnt durch den großen Raum und ich pruste los. Eine aufgedonnerte Brünette mit falschen Brüsten, High Heels in denen sie kaum laufen kann und entschieden zu viel Selbstbräuner blickt sich suchend nach ihrem „Hasibär“ um.

Mein Gesprächspartner steht mit hochrotem Kopf neben mir und auf einmal dämmert mir, dass er der Gesuchte ist.

„Echt jetzt?“ Kann ich mir einen dummen Spruch nicht verkneifen und grinse ihn belustigt an.

Er zuckt nichtssagend mit den Schultern und tut mir fast ein bisschen leid.

Bevor sie zu uns stößt, reiße ich ihm sein Buch aus der Hand und notiere meine Telefonnummer auf der letzten Seite.

„Wenn sich dein Frauengeschmack ändert, kannst du mich gerne anrufen, um dir meine Büchersammlung anzusehen.“

#lovestoryzeit zum Thema One-night-stand

„Sie war ein unbedeutender One-Night-Stand.“

Seine nicht für mich bestimmten Worte schneiden mir mitten ins Herz. Ich verfluche mich, ihm hinterhergeschlichen und ihn beim Telefonieren belauscht zu habe.

Er ist kein Mann für eine Beziehung, das wusste ich. Seit Wochen hat er mit mich angegraben. Ich habe ihm tapfer widerstanden, jedes Argument gegen ein Date mit ihm in die Waagschale geworfen und er hat sie widerlegt, bis ich nachgegeben habe.

Ich naives, dummes Ding bin selbst schuld an der Misere. Nur, wie ziehe ich mich jetzt geschickt aus der Affäre?

Leise schleiche ich ins Schlafzimmer und suche meine Kleidung zusammen. Mir fällt ein Gegenstand ins Auge, der nicht zum Rest passt. Neugierig öffne ich die dunkelbraune Holzkiste und traue meinen Augen nicht.

Mit einem Mal habe ich die zündende Idee. Ich nehme mir was ich brauche heraus und lege mich aufreizend ins Bett, schließe die Augen und warte, bis er zurückkommt.

Wie erwartet macht mein Anblick ihn an und er weckt mich mit einem zärtlichen Vorspiel. Vermeintlich willig lasse ich mich darauf ein und greife schließlich unters Kopfkissen.

„Oh, du hast meine Spielkiste gefunden.“ Sein lüsternes Grinsen lässt mir die Galle hochkommen.

„Ja, und was noch in der Kiste ist, finde ich auch ziemlich scharf.“

Flink kette ich seine Hände mit den Handschellen an das schmiedeeiserne Bett und stehe auf.

„Weißt du was mich noch total anmacht … die Vorstellung wie du die nächsten Stunden hier liegst und keiner dich aus deiner unbedeutenden Lage befreit.“


#lovestoryzeit zum Thema Ring

Jacob wurde von seinem Chef zum Abendessen eingeladen. Wir sind erst seit ein paar Monaten zusammen und ihn zu begleiten, ist verfrüht. Abgesehen davon werde ich mich in dem Sterneschuppen fühlen wie ein Elefant im Porzellanladen. Weil allerdings seine Beförderung davon abhängt und ich kein Unmensch bin, habe ich mich breitschlagen lassen.

Ich warte vorm Eingang zum Restaurant in einem viel zu knappen Kleid und friere mir den Allerwertesten ab.

„Hey Silvie. Sorry, ich stand im Stau.“

Zur Begrüßung haucht er mir ein Küsschen auf die Wange und führt mich ins Warme.

Ein Kellner fragt nach unserer Reservierung. Es macht mich stutzig, dass er seinen Namen angibt. Als wir zu einem für zwei gedeckten Tisch geführt werden, schwant mir, dass ich gelinkt wurde.

Er gibt sich redlich Mühe, mich zu beeindrucken, aber manchmal möchte ich einfach auf der Couch sitzen. Ein edles Abendessen in diesem überteuerten Schuppen ist das letzte, wonach mir der Sinn steht.

„Jacob, was wird das?“, frage ich, nachdem der Kellner unsere Getränkebestellung aufgenommen hat.

„Ich wollte dich überraschen.“ Zwinkernd grinst er mich an.

Mühsam unterdrücke ich ein Augenrollen.

Plötzlich geht alles ganz schnell. Der Kellner kommt mit unseren Getränken und reicht Jacob eine langstielige Rose. Dieser erhebt sich, fällt vor mir auf die Knie und hält mir die Blüte vor die Nase, in der ein funkelnder Verlobungsring steckt.

„Willst du meine Frau werden?“

Mir wird abwechselnd heiß und kalt.

„Alles bloß das nicht.“


#lovestoryzeit zum Thema Missverständnis

„Hör zu, du hast mich missverstanden. Ich habe gesagt, die Präsentation findet im Cityhotel statt.“

Nein, das hatte diese falsche Schlange nicht.

Während alle im CityInn warten, stehe ich am anderen Ende der Stadt und habe keine Chance, rechtzeitig zu erscheinen.

„Schick mir die Unterlagen, ich erledige das.“

Missmutig lege ich auf, verschicke die Mail und setze mich in der Hotelbar an den Tresen.

Frustriert bestelle ich einen Bourbon auf Eis und ziehe mir einen erstaunten Blick des Barkeepers zu.

Na ja, morgens um halb elf, wen wunderts?

„Ich nehme das Gleiche. Beruhigt die Nerven.“ Neben mir taucht mein Chef auf und zwinkert verschmitzt. „Wo sind die anderen?“

Fragend sehe ich ihn an. „Was machen Sie hier?“

„Ich bin wegen Ihnen … also der Präsentation hier, Sie nicht?“

„Wir sind im falschen Hotel.“

Er zieht sein Smartphone aus der Jackentasche, tippt darauf herum und runzelt die Stirn.

„Tatsächlich! Merkwürdig. Ich habe gestern mitbekommen, wie Frau Schmidt zu Ihnen sagte: Bis morgen im Cityhotel und habe nicht mehr in die Einladung geschaut.“

Mein schallendes Lachen hallt durch den nahezu leeren Raum. „Und ich dachte, ich hätte was mit den Ohren.“

Der Blick, den er mir zuwirft, ist unergründlich.

„Stellen Sie mir Ihr Projekt vor. Danach lade ich Sie zum Lunch ein.“ Er räuspert sich. „Das wollte ich schon längst tun, wenn auch in einem etwas romantischeren Rahmen.“

Mein verwirrter Blick trifft auf seine unsicher dreinblickenden Augen.

Nein, ich hatte ganz bestimmt kein Problem mit meinen Ohren.


#lovestoryzeit zum Thema Missverständnis

„Hey Marisa, sind Sie auf dem Weg in die Kantine?“

Unvermittelt tritt Leo in den Aufzug, kurz bevor sich die Türen schließen. Allein mit ihm in der Kabine fühlt sich der Raum noch enger an, als er eh schon ist.

„Ehm …“ Ich bekomme keine Luft und kann ihm keine vernünftige Antwort geben. Meine Handflächen werden schweißnass. Eine unangenehme Hitze steigt in mir auf und lässt mich schwanken.

„Marisa, alles in Ordnung?“

Verdammt, ich muss etwas Sinnvolles sagen, sonst hält er mich für völlig bescheuert.

„Also, nein … ehm doch.“

Ich versuche Luft in meine Lungen zu pumpen und merke, wie mir schwarz vor Augen wird. Bitte alles, nur das nicht.

Sekunden später sinke ich ohnmächtig zu Boden.

 

„Sie kommt zu sich.“

Die fremde Stimme dringt dumpf an mein Ohr, als wäre mein Kopf in Watte gepackt. Ich fühle, dass ich auf einer Trage liege.

„Kann ich kurz mit ihr sprechen?“

Jemand ergreift meine Hand und ich zwinge mich, meine Augenlider aufzuschlagen. Es ist Leo!

„Wie geht es Ihnen?“ Er streichelt sanft mit dem Daumen über meinen Handrücken und lächelt mich aufmunternd an.

„Gut, glaube ich. Was ist passiert?“

„Meine Anwesenheit im Fahrstuhl hat für ziemliches Herzklopfen gesorgt.“ Lachend beugt er sich ein Stück näher an mein Ohr heran. „Zumindest gefällt mir die Erklärung besser als die mit der Klaustrophobie.“

Bei seinen Worten ringe ich mir ein Lächeln ab. Wie recht er hat.


#lovestoryzeit zum Thema Lockenkopf

Der wuschelige Lockenkopf auf dem Sitz vor mir macht mich wahnsinnig. Die seidige Haarpracht ist so lang, dass sie mir ständig vor meinem Laptop herumhüpft. 

„Entschuldigung, könnten Sie freundlicherweise Ihr Haar bändigen.“ Meine Bitte verhallt im Inneren des Pendlerzuges und die Dame zeigt keinerlei Reaktion. 

Energisch werfe ich das Haarbündel nach vorne. Sie schüttelt sich und ein noch größerer Schwall Haare ergießt sich über meinem Laptop. 

„Verzeihung, könnten Sie das unterlassen?“ 

Keine Reaktion. Mein Versuch, die Locken erneut nach vorn zu befördern, endet damit, dass ich all ihre Haare vor meinem Bildschirm habe. 

„Na fein, Sie haben es nicht anders gewollt.“ 

Ich ziehe an einer Strähne und sie kratzt sich am Kopf. Ein zweites und ein drittes Ziehen löst dieselbe Reaktion aus. Beim vierten Mal schießt sie herum und funkelt mich fuchsteufelswild an. 

„Haben Sie noch alle Tassen im Schrank?“ 

Sie fummelt sich Kopfhörer aus den Ohren und schiebt die Locken aus ihrem wunderschönen Gesicht. 

„Nein, aber jetzt wenigstens keine Locken mehr vor meinem Bildschirm.“ 

Als sie den Laptop entdeckt, überzieht eine dezente Röte ihre Wangen. 

„Oh, das tut mir leid. Vielleicht sollten wir uns vis-a-vis setzen.“ 

Sie blickt sich um und sucht vergeblich nach einem freien Vierersitz. „Heute leider nicht.“ 

„Später, bei einem Mittagessen?“, setze ich alles auf eine Karte. 

Mein Vorstoß stößt auf wenig Gegenliebe. Sie setzt sich kommentarlos auf ihren Platz zurück. 

Einige Minuten später taucht ihr Gesicht wieder vor mir auf und sie reicht mir einen Zettel. 

„Meine Nummer. Ruf mich an, wenn du Mittag machst.“ 

#lovestoryzeit zum Thema Umzug

Die Freiheit meiner Wohnung wieder gegen mein Kinderzimmer aufgeben zu müssen, frustriert mich, aber ich kann mir meine eigenen vier Wände nicht mehr leisten.

Seufzend lasse ich meinen Kopf gegen die Schulter meines besten Freundes sinken. Er ist gekommen, um mir beim Packen zu helfen, aber irgendwie finden wir keinen Anfang.

„Und wenn du zu mir ziehst?“ Er zieht mich in eine Umarmung und seine körperliche Nähe frustriert mich noch mehr, statt mich zu trösten. 

Wir sind „nur“ Freunde.

„In deinen Schuhkarton?“

Ole wohnt in einem Zwei-Zimmer-Appartement und hat mir schon häufiger angeboten, dass ich mich häuslich bei ihm einrichte. Er würde sein Wohn-Ess-Arbeitszimmer opfern, nur damit ich nicht zurück zu meinen Eltern muss.

„Ich würde es dir nicht anbieten, wenn ich es nicht wollte.“

„Das wäre nur eine Übergangslösung. Irgendwann würde dir auf den Keks gehen, mich ständig um dich zu haben.“

„Niemals.“

Das sagt er jetzt. Spätestens in einem halben Jahr würden wir uns täglich fetzen. Abgesehen davon könnte ich nicht damit umgehen, wenn ich mitbekomme, dass er sich mit anderen Frauen trifft. 

„Ganz bestimmt. Jeder würde in seinem Zimmer sitzen und wir würden uns aus dem Weg gehen, wo wir können.“

Er fasst mich an den Schultern und wartet, bis ich ihm in die Augen sehe. 

„Jeder in seinem Zimmer? Oh, man Elli, du schnallst es nicht, oder? Glaubst du ernsthaft, ich würde meine Zockerhöhle aufgeben?“

„Wo soll ich denn sonst schlafen?“

Seine Hände wandern sanft an meinen Hinterkopf.

„Endlich in meinem Bett.“

#lovestoryzeit zum Thema Picknick

„Ich würde mich gerne einmal mit dir treffen, ohne dass es an eine Bedingung geknüpft ist.“ 

Seine Frage nach einem Tauschgegenstand für unser nächstes Date stößt mir sauer auf. Die ganze Tauscherei ist lustig und wenn sie zu einem wundervollen ersten Kuss führt, habe ich ja nichts dagegen. Mich stört allerdings, dass wir uns scheinbar nur treffen, wenn ich einen Tausch anbiete. 

„Es ist keine Bedingung. Komm, mach den Spaß mit. Immerhin haben wir uns durch einen Tausch kennengelernt.“ 

Der flehentliche Ton in seiner Stimme lässt mich weich werden. Ich kann mir gut vorstellen, wie er seinen treuherzigen Dackelblick auflegt. 

„Also schön. Ich tausche drei Stunden meiner kostbaren Zeit und beglücke dich mit meiner bezaubernden Anwesenheit.“ 

Lachend legt er auf und schreibt mir eine Nachricht, wann er mich abholt. 

Die Schmetterlinge in meinem Bauch lassen mich schnell vergessen, dass ich mich schon wieder zum Tausch habe breitschlagen lassen. 

 

Das Klingeln lässt vor Vorfreude meine Haut prickeln und mein Herz beginnt zu rasen. Mit der Jacke in der Hand öffne ich die Tür und blicke mich suchend nach Aaron um. 

Auf meiner Fußmatte liegt eine orangefarbene Rose in einer mit Wasser gefüllten Phiole, an der ein kleiner Zettel hängt. 

 

Tausch mich bei Alfredo. 

 

Laut lachend verlasse ich meine Wohnung und gehe mit der Rose zu dem Italiener ein paar Straßenzüge weiter. Es wundert mich nicht, dass mich der Inhaber mit einem schelmischen Augenzwinkern empfängt. Im Tausch gegen die Rose reicht er mir einen Korb mit Leinenservietten, Tellern und Besteck für zwei Personen sowie die Miniatur des Schiefen Turms von Pisa, an dem ein Zettel mit der nächsten Tauschaufgabe hängt. 

 

Tausche mich bei Annas. 

 

Im Tausch gegen die Miniatur erhalte ich an der Pommesbude Annas Worscht zwei eingeschweißte Portionen Currywurst mit Kartoffelsalat und Baguette sowie einen kleinen Magnetbaum mit Kronkorken. 

Bei meinem nächsten Tausch erhalte ich für den Baum zwei Weingläser und eine Gummiente. 

Es braucht einen Moment, bis mir einfällt, dass im Stadtpark neben dem Ententeich ein Crêpewagen steht. 

Natürlich wundert sich auch der Crêpier kein bisschen über meine Ente. Er reicht mir eine Metallbox und ein zusammengefaltetes, rot-weiß kariertes Stofftaschentuch. Zwischen den Falten fällt ein Zettel heraus. 

 

Such mich, ich bin ganz in der Nähe. 

 

Bei unserem letzten Treffen habe ich Aaron von dem zauberhaften Fleckchen bei den drei Eichen erzählt. Ich umrunde den Teich und steuere direkt auf eine Picknickdecke zu, die meinem Taschentuch sehr ähnlich ist. Von meinem Date fehlt noch jede Spur, aber ich setzte mich und räume schon mal den Korb aus. 

„Da fehlt was“, murmle ich, als ich die beiden Weingläser hervorhole. 

„Was hältst du von einem Tausch?“ 

Erschrocken fahre ich herum. Aaron hat sich angeschlichen und hält mir breit grinsend eine Flasche Chianti hin. 

„Die tausche ich gegen ein Picknick mit dir.“ 

„Und was ist mit dem Kino?“ 

„Findest du nicht, dass deine kostbare Zeit im dunklen Kino genauso verschwendet ist wie deine bezaubernde Anwesenheit.“ 

#lovestoryzeit zum Thema Flirt

„Mit meinem Handy stimmt etwas nicht … deine Nummer fehlt.“ 

Genervt verdrehe ich die Augen und schiebe dem Idioten von Tisch acht sein Bier über den Tresen. 

„Zisch ab.“ 

Seit das Grüppchen vor zwei Stunden hereinspaziert ist, versucht einer nach dem anderen mich anzumachen. Einer fehlt noch, dann ist der Spuk vorbei. 

Schüchtern schielt er die ganze Zeit zu mir herüber. Eigentlich ist er total süß. Wäre er nicht mit seinen Kumpels unterwegs, wäre ich einem Flirt nicht abgeneigt. 

Vielleicht ist es eine Mutprobe oder sie haben einfach nicht alle Lichter am Christbaum. Wenn sie ernsthaft mit solchen Sprüchen bei einer Frau landen wollen, sehe ich sie vereinsamt sterben. 

Der Typ mit dem letzten Bier bleibt vorm Tisch stehen und ext das Glas weg. Plötzlich kommt Bewegung in die Gruppe. Ein Bündel Geldscheine fliegt auf den Tisch, sie streben zum Ausgang und weg sind sie. 

‚Schade‚ den letzten Spruch hätte ich auch noch erfahren wollen.‘ 

Eine viertel Stunde später geht die Tür auf. Der süße Typ von Tisch acht kommt allein zurück und setzt sich auf einen Barhocker. 

„Was darfs sein?“ 

„Ich wollte mich für meine Freunde entschuldigen.“ 

Verblüfft sehe ich auf. Er schaut mich mit seinen jadegrünen Augen an und lächelt zurückhaltend. 

„Es gibt Schlimmeres.“ 

„Nein. Es sind Idioten. Keine Ahnung, warum ich mit ihnen befreundet bin. Wie kann ich es wieder gut machen?“ 

Schmunzelnd schreibe ich ihm die Uhrzeit meines Schichtendes auf seinen Bierdeckel. 

„Nach der Arbeit brauche ich einen richtig guten Kaffee.“ 

#lovestoryzeit zum Thema Café am Meer

Seit meiner Ankunft in Moliets verbringe ich jeden Morgen im Café le cigale und genieße den Blick auf die unendlichen Weiten des Atlantiks.

Es ist nicht die schöne Aussicht oder der leckere Café au Lait, die mich jeden Tag aufs Neue von meinem abgelegenen Ferienhaus hinter den Dünen hierher spazieren lassen. Es ist Élodie, deretwegen ich den halbstündigen Marsch in Kauf nehme und meine Vorsätze über Bord geworfen habe.

Nach meiner Ankunft habe ich den kleinen Touristenort am Meer aufgesucht, um einzukaufen. Die drei Monate, in denen ich das Ferienhaus gemietet habe, sollten dazu dienen, meinen Roman zu schreiben. Die Deadline, die mir im Rücken sitzt, ist knapp und der Trouble im hektischen Berlin hat mich blockiert.

Auf Élodie zu treffen hat mich in ein emotionales Chaos gestürzt. Nach meiner Rückkehr vom Einkaufen habe ich vor der Tastatur gesessen und kein Wort zu Papier gebracht.

Um mir die junge Kellnerin mit den schokobraunen Augen ein für alle Mal aus dem Kopf zu schlagen, bin ich am kommenden Morgen wieder ins Café. Ich war wie vom Donner gerührt, als mir plötzlich die ersten Sätze eingefallen sind und habe meine Worte eilig auf eine Serviette gekritzelt.

Zurück in meinem Ferienhaus habe ich bis spät in die Nacht gearbeitet und bin fortan jeden Morgen zurückgekehrt.

Sie wird nie erfahren, welchen Anteil meine unausgesprochenen Gefühle für sie, an meinem Roman hatten. Wehmütig setze ich das kleine Wörtchen ‚Fin‘ hinter den letzten Satz von:

„Élodie – Eine Sommerliebe in Südfrankreich.“

#lovestoryzeit zum Thema Waschbrettbauch

Das ist die Herrenumkleide. Sagten sie nicht die dritte Tür rechts. Eilig will ich den Raum verlassen. Ein metallisches Knacken und einen Ruck später sitze ich mit der Türklinke in der Hand auf meinem Hosenboden.

„Autsch.“

Hinter mir höre ich patschende Schritte aus dem Duschraum.

„Eric? Bist du das?“

Mein Kopf schießt herum und verwandelt sich beim Anblick des halbnackten Kerls in eine leuchtend rote Tomate.

„Eh … nein.“

Mein Versuch den Blick von seinem feuchten Körper abzuwenden, scheitert. Ein Wassertropfen fällt von seinem Haar auf die Schulter und bahnt sich den Weg hinab zu seinem Waschbrettbauch. Langsam fließt er von einem Muskelpack zum nächsten. Fasziniert beobachte ich seinen Weg, bis er von einem um die Hüften geschlungenen Handtuch aufgesogen wird.

„Bist du ein Groupie?“

„Hä?“ Verwirrt halte ich den Drücker hoch.

„Du weißt nicht, wo du bist, oder?“

„In einer Herrenumkleide?“

Sein dröhnendes Lachen lässt die Muskeln auf seinem Bauch tanzen und ich stelle mir vor, wie es wäre ihn zu berühren.

„Wir haben heute einen Auftritt. Du wärst nicht die Erste, die versucht an uns heranzukommen?“

„Wer ist uns?“

„SixPack.“

Mir fällt das nicht vorhandene Lachen aus dem Gesicht. Ich bin nicht wirklich in der Umkleide der strippenden Superstars gelandet. In den letzten Tagen haben meine Kolleginnen von nichts anderem geredet.

„Oh …“

„Hast du Tickets?“

Ich schüttle verlegen den Kopf.

Er geht zu einem der Spinde, holt ein VIP-Ticket und reicht es mir.

„Sollten wir pünktlich rauskommen, sehe ich dich in danach im Backstage Bereich, einverstanden?“

#lovestoryzeit zum Thema Eis am Stiel

„Eis am Stiel, icecold CocaCola!“ 

Meine Freundin Caro und ich liegen am heißen Sandstrand. Der ältere Eisverkäufer, der im halbstündigen Schweinezyklus mit einer Kühlbox seine Runde durch die Sonnenanbeter dreht, geht mir auf den Keks. 

„Ich dreh ihm gleich den Hals herum.“ 

„Mensch Pia, bleib locker. Das ist ein Rentner, der seine Finanzen aufbessert. Du weißt bei deinem Job genau, dass die Rente oft nicht reicht.“ 

Sie hat ja recht. Mürrisch lege ich meinen Sonnenhut aufs Gesicht und hoffe, dass er sein Eis zügig verkauft, damit ich wieder wegdösen kann. Die letzte Nacht steckt mir in den Knochen und an unserem letzten Abend wollen wir die Strandbars noch einmal unsicher machen. 

„Eis am Stiel, icecold CocaCola!“ 

„Hrrr.“ Sein marktschreierischer Ruf kommt näher, dabei dachte ich, er zieht in die andere Richtung davon. 

„Darf es ein Eis für die Damen sein?“ 

Zum Glück lieg der Hut auf meinem Gesicht, so entgeht ihm mein Augenrollen. 

„Oh! Hi, nett das du fragst. Pia, schau doch mal, wer hier ist.“ 

Seufzend male ich mir aus, wie ich Caro den Hals herumdrehe, und richte mich auf. Beim Anblick des Eisverkäufers verschlägt es mir dann allerdings die Sprache. 

Neben unserem Liegeplatz kniet mein Flirt vom gestrigen Abend und kruscht in der Kühlbox herum. 

Während Caro Geld gegen Eis tauscht, bringe ich keinen Ton heraus. 

Letzte Nacht habe ich ihn angeschmachtet, aber nicht getraut ihn anzusprechen. 

„Sehe ich dich später in der Beachlounge auf einen Drink?“ Mit einem verschmitzten Zwinkern reicht er mir mein Eis am Stiel. 

#lovestoryzeit zum Thema Toyboy

Oma Nette hatte recht. Neugier ist der Katze Tod. 

Und ja, es gehört sich nicht, anderer Leute Privatgespräche zu belauschen. Aber wie es der Zufall wollte, stand ich verdeckt hinter einem großen Pflanzenkübel und konnte das Getuschel meiner Cousinen hören. 

Seit ich mit Gareth auf der Hochzeit meiner Schwester erschienen bin, haben sie uns gemustert. Niemand hatte erwartet, dass ausgerechnet die fette Elli in Begleitung erscheint. Schon gar nicht mit einem Mann, der Model sein könnte. Ich habe es auch niemanden wissen lassen, aus Angst, er könnte kurzfristig absagen. 

Mit einem letzten Blick in den Saal kehre ich der Festgesellschaft den Rücken und zücke mein Handy, um mir ein Taxi zu rufen. Keinem wird auffallen, dass ich verschwunden bin. 

„Was hast du vor?“ Gareth steht plötzlich hinter mir. 

„Ich fahre nach Hause.“ 

Er wirkt ehrlich überrascht. Seine Schauspielkunst ist exzellent. Wäre mir die Wahrheit nicht zu Ohren gekommen, wäre ich weiter die Hauptrolle in seinem Schmierentheater. 

„Der Hochzeitstanz, ich dachte …“ 

„Wird für deine Bezahlung erwartet, dass du die fette Kuh aufs Parkett führst?“ 

Sein ertappter Blick sagt mehr als tausend Worte. 

„Was ist der Tanz mit mir wert?“ 

Er ergeht sich in der Betrachtung seiner Schuhspitzen. 

„Wie viel?“ Meine Geduld neigt sich dem Ende zu. Ich möchte diese Farce beenden. 

„2.500 €“ 

Die Hälfte meiner Ersparnisse für die OP. Mit der Magenverkleinerung wollte ich zu dem Menschen werden, den alle sich wünschen. 

„Schick mir deine Bankverbindung. Zumindest kann ich dann behaupten, ich habe mir meinen Toyboy selbst bezahlt.“ 

#lovestoryzeit zum Thema Bienenstich

Ich spüre ihren bangen Blick in meinem Rücken ruhen. 

Jeden Donnerstag treffen wir uns an dieser Theke und sie bestellt immer das gleiche. 

Wir grüßen uns stets mit einem höflichen Kopfnicken, sehen uns über den Rand unserer Tassen hinweg durch den halben Raum in die Augen, aber wir haben noch nie ein Wort miteinander gewechselt. 

„Was darf es sein, der Herr?“, fragt die Bedienung. 

„Das letzte Stück Bienenstich und einen Milchkaffee.“ 

Ihr missmutiges Murren hinter mir geht im Stimmengemurmel des Cafés beinahe unter. Auch ohne in ihr hübsches, von braunen Locken umrahmtes Gesicht zu sehen, weiß ich, dass ihr Blick mich gerade erdolcht. 

Die Bedienung richtet meinen Kuchen auf einem Teller an und wendet sich ihr zu, während mein Kaffee durch die Maschine läuft. 

„Was darf es bei Ihnen sein?“ 

Während sie das verbliebene Angebot überfliegt, mustere ich ihre verdrießliche Miene. 

„Nur einen Milchkaffee.“ 

Ich warte, bis sie bezahlt und sich einen Platz gesucht hat. Wie zufällig schlendere ich in ihre Richtung, weiß, dass sie mich oder vielmehr den Kuchen mit Argusaugen beobachtet. 

Als ich an ihrem Tisch stehen bleibe, weiten sich ihre Lider kaum merklich. Sie wirkt neugierig. 

Nonchalant stelle ich den Teller vor ihr auf den Tisch. 

„Ich dachte, nach zwei Jahren wäre es an der Zeit, deinen Namen zu erfahren. Darf ich dich zu einem Stück Bienenstich einladen?“ 

Ihr freudiges Lachen deute ich als Zustimmung und setze mich zu ihr. Zum ersten Mal seit zwei Jahren höre ich sie etwas anderes sagen als: „Ein Stück Bienenstich und einen Milchkaffee.“ 

 

#lovestoryzeit zum Thema schwanger

„Wenn Josh erfährt, dass der Klapperstorch zugeschlagen hat, rastet er aus.“ 

Ihre durch die angelehnte Tür ins Handy gesprochenen Worte höre ich kaum, aber sie treffen mich wie ein Schlag in die Magengrube. Kira ist schwanger? 

Sie ahnt nicht, dass ich auf dem Bett liege. Es sollte eine Überraschung werden. Mein Termin war früher fertig und nach einer langen Woche wollte ich keine weitere Nacht ohne sie sein. 

Überhaupt hat mir diese Dienstreise einmal mehr gezeigt, wie sehr ich es vermisse meine Abende mit ihr zu verbringen. 

Ihre Neuigkeit wirft meine Pläne um. 

Ich schwinge die Beine aus dem Bett, löse den Krawattenknoten und lasse die teure Seide achtlos fallen. Ohne Zögern, gehe ich zum Koffer, hole was ich brauche und trete in den Flur. 

„Josh? … Anna, ich muss Schluss machen.“ 

Sie legt auf und sieht mich verlegen an. 

„Was machst du hier? Ich … ehm … dachte du kommst morgen. Wir … ich …“ 

Mit einem sanften Kuss unterbreche ich ihr Gestammel. 

Ein lautes Maunzen unterbricht uns und ich stelle mich dem, was alles verändert. 

„Ich habe mitgehört und raste mitnichten aus.“ 

Aus meiner Hosentasche hole ich das kleine Kästchen und gehe vor ihr auf die Knie. 

„Ehm … was machst du da?“ 

Wieder maunzt unsere Katze dazwischen. 

„Eigentlich wollte ich das in einem romantischeren Rahmen machen. … Willst du meine Frau werden?“ 

Sie bricht in schallendes Gelächter aus, hebt die Katze auf den Arm und nickt überschwänglich. 

„Ja, aber der Storch hat nicht bei mir zugeschlagen, sondern bei Mimi!“ 

#lovestoryzeit zum Thema Traum

Die Hochzeit im Herbst war bis ins letzte liebevolle Detail geplant. Zwei Schimmel sollten die Kutsche ziehen, in der wir zu der malerischen Kirche am Hang des Weinbergs gefahren werden. Meine Nichte Amalia hätte auf unserem Weg zum Altar Rosenblätter gestreut. Vor meinem geistigen Auge sehe ich die freudig erregten Brautjungfern in ihren weinroten Roben, meine Eltern mit Tränen in den Augen, den Priester, der uns unseren Schwur abnehmen und meinen Bruder André, der uns das gepolsterte Kissen mit den beiden goldenen Ringen reichen sollte.

Meine künftige Schwägerin hätte Das Beste von Silbermond angestimmt und vor der Kirche hätten unsere Gäste uns mit Reisregen empfangen.

Im Festsaal des Weinguts wäre alles nach meinen Wünschen dekoriert worden. Blumengestecke mit weinroten und beigen Rosen, weißes Porzellan und Silberbesteck. Edler Wein, ein exquisites Drei-Gänge-Menü und ausgelassene Gäste.

Nachdem Essen wollten wir tanzen und die dreistöckige Hochzeitstorte anschneiden. Kurz nach Mitternacht war die Limousine bestellt, die uns zum Flughafen bringen sollte.

Flitterwochen auf Samoa.

Danach wollten wir gemeinsam die Höhen und Tiefen unseres Lebens bestreiten.

Bei meinen Plänen hatte ich nicht vorgesehen, ihn eine Woche vor der Hochzeit mit meiner besten Freundin in flagranti zu erwischen. Noch weniger hatte ich geplant, dass ihr Blut meine beigen Satinbettlaken ruiniert. Die beiden Steakmesser in ihren Herzen werde ich entsorgen müssen, zusammen mit der Bettwäsche und meinem Traum von einer Hochzeit in Südfrankreich.

#lovestoryzeit zum Thema Strand

Endlich allein. Seit Wochen habe ich diesen Tag herbeigesehnt. José hat mich mit dem Schnellboot zur versteckten Bucht gebracht. Für mich gibt es heute zwischen dem Sonnenbaden höchstens eine gelegentliche Abkühlung im türkisblauen Meer. 

Im Schatten des Sonnenschirms lasse ich den feinen Sand durch meine Finger rieseln. Herrliche Ruhe. Keine Meetings, Videokonferenzen und vor allem keine Konfrontationen mit meinem Chef. Er ist charmant und sexy, leider rennt er jedem Rock hinterher. Seit ich ihn mit seinem Versuch, mich ins Bett zu kriegen, eiskalt habe abblitzen lassen, behandelt er mich, als hätte ich die Krätze. Wäre doch an seinem Flirtversuch vor ein paar Wochen nur ein Körnchen echtes Interesse gewesen. 

Missmutig wundere ich mich über ein Motortuckern. José hat versprochen, keine Touristen herzubringen. Ansonsten haben nur wenige ein Boot und das Wissen über die Lage dieser Bucht. 

Es ist zu seicht, als dass man anlegen könnte. Weder erkenne ich, wie das Boot heißt, noch, wer es steuert. Entsetzt beobachte ich, wie ein Mann in Badeshorts ins Wasser springt und auf den Strand zuschwimmt. Je näher er kommt, desto vertrauter wirkt seine Gestalt. Als er aus dem Wasser steigt, bleibt mir beim Anblick der Tropfen, die über seinen Waschbrettbauch rinnen, die Empörung in der Kehle stecken. 

„Was willst du?“, frage ich viel zu freundlich. 

„Den Tag mit dir verbringen.“ 

„Verflucht, ich lasse mich nicht flachlegen!“ 

„Das habe ich nicht vor.“ 

„Na klar.“ 

„Wir verlassen diesen Strand erst, wenn ich dich davon überzeugt habe, dass in meinem Liebesleben du der Boss bist.“ 

#lovestoryzeit zum Thema Sonnenbrand

„Fang!“

Mit der Reaktion einer Schnecke kann ich die Flasche Sonnenmilch nicht fangen und sie landet unsanft auf meiner Brust.

Ganz sicher werde ich mir nicht die Blöße geben und mich eincremen.

„Brauche ich nicht.“

„Spinnst du? Wir haben keinen Schatten und die Sonne sticht vom Himmel. Du bekommst einen Sonnenbrand.“

Ich zucke mit den Schultern und betrachte Brittas hübsches Gesicht. Sie ist die beste Freundin meines kleinen Bruders. Eigentlich wollten wir zu dritt ans Meer. Nachdem Flo sich den Magen verdorben hat, habe ich meine Chance gewittert, allein mit ihr zu sein und vorgeschlagen, ohne ihn zu fahren.

„Brauche ich nicht.“

Kopfschüttelnd packt sie die Flasche weg und legt sich neben mich. Wir plaudern, bis sie baden geht. Ich schaue ihr hinterher, bis nur noch ihr Kopf aus dem Wasser ragt, schließe die Augen und schlafe ein.

 

Kühle Tropfen wecken mich. Britta steht über mir und schüttelt ihre blonde Lockenmähne.

„Soll ich uns Pommes holen?“, schlage ich vor und richte mich auf. Höllischer Schmerz durchzuckt mich und ich beiße mir auf die Zähne, um nicht laut loszubrüllen.

„Geht es dir gut?“

Energisch schüttle ich den Kopf.

„Sonnenbrand?“, fragt sie feixend. „Willst du jetzt Sonnenmilch?“

„Ja.“

Sie holt die Flasche aus ihrem Korb und träufelt mir die kühle Flüssigkeit auf den Bauch. Extrem vorsichtig cremt sie mich ein. Zum Schluss küsst sie mich sanft auf den Mund.

„Warum musstest du den harten Kerl spielen? Jetzt bleiben uns nur ein paar Küsse, bis du nicht mehr aussiehst wie ein Krebs.“

#lovestoryzeit zum Thema Sonnenbrand

„Fang!“

Mit der Reaktion einer Schnecke kann ich die Flasche Sonnenmilch nicht fangen und sie landet unsanft auf meiner Brust.

Ganz sicher werde ich mir nicht die Blöße geben und mich eincremen.

„Brauche ich nicht.“

„Spinnst du? Wir haben keinen Schatten und die Sonne sticht vom Himmel. Du bekommst einen Sonnenbrand.“

Ich zucke mit den Schultern und betrachte Brittas hübsches Gesicht. Sie ist die beste Freundin meines kleinen Bruders. Eigentlich wollten wir zu dritt ans Meer. Nachdem Flo sich den Magen verdorben hat, habe ich meine Chance gewittert, allein mit ihr zu sein und vorgeschlagen, ohne ihn zu fahren.

„Brauche ich nicht.“

Kopfschüttelnd packt sie die Flasche weg und legt sich neben mich. Wir plaudern, bis sie baden geht. Ich schaue ihr hinterher, bis nur noch ihr Kopf aus dem Wasser ragt, schließe die Augen und schlafe ein.

 

Kühle Tropfen wecken mich. Britta steht über mir und schüttelt ihre blonde Lockenmähne.

„Soll ich uns Pommes holen?“, schlage ich vor und richte mich auf. Höllischer Schmerz durchzuckt mich und ich beiße mir auf die Zähne, um nicht laut loszubrüllen.

„Geht es dir gut?“

Energisch schüttle ich den Kopf.

„Sonnenbrand?“, fragt sie feixend. „Willst du jetzt Sonnenmilch?“

„Ja.“

Sie holt die Flasche aus ihrem Korb und träufelt mir die kühle Flüssigkeit auf den Bauch. Extrem vorsichtig cremt sie mich ein. Zum Schluss küsst sie mich sanft auf den Mund.

„Warum musstest du den harten Kerl spielen? Jetzt bleiben uns nur ein paar Küsse, bis du nicht mehr aussiehst wie ein Krebs.“

#lovestoryzeit zum Thema Grillparty

Der laue Sommerabend ist ideal zum Grillen. Als Susie mich anrief und fragte, ob ich Samstag Lust hätte vorbeizukommen, bin ich davon ausgegangen, den Abend chillig auf der Terrasse zu sitzen und mich bei einem Cocktail auf meinen Urlaub einzustimmen. Auf eine Gartenparty mit dreißig Gästen kann ich wirklich verzichten, allem voran, weil ich niemanden kenne.

„Du stehst herum wie ein herrenloser Koffer auf Bahnsteig 9 ¾. Komm, ich stell dir ein paar Leute vor.“

Mein Schwager packt mich und ich verschütte vor Schreck die Hälfte meines Aperol. In einer nicht enden wollenden Odyssee lerne ich Susies steife Kanzlei- und Steves überheblich arrogante Brokerkollegen kennen und frage mich, wie spießig man sein muss, um im Anzug auf eine Grillparty zu gehen.

Je später der Abend, desto weniger habe ich mein vorlautes Mundwerk im Griff. Bevor ich mich vollends blamiere, entschuldige ich mich und schleiche mich ins Haus.

In der dunklen Küche atme ich tief durch, hole eine Flasche Weißwein und suche mir ein frisches Glas.

„Bekomm ich auch einen?“

Mein Herz trommelt gegen meinen Brustkorb und ich wende mich dem Störenfried zu. Im diffusen Licht steht ein blonder, muskelbepackter Hünen. Mit seinem Outfit – Sommershorts, ein farbenfrohes T-Shirt und Segelschuhen – passt er nicht zur übrigen Klientel.

„Könnte schwierig werden, wenn ich vor Schreck tot umfalle.“

„Entschuldige, ich dachte, ich könnte mich verstecken, bis ich ungesehen abhauen kann. Auch auf der Flucht?“

„Nein, auf der Suche, aber ich habe den Normalo gefunden, mit dem ich den Rest des Abends verbringen kann.“

#lovestoryzeit zum Thema Mondschein

Mein Plan, im Mondschein mit der Gondel durch die Kanäle Venedigs zu fahren, wird von dicken Wolken getrübt. Das Ziel, ein unscheinbares Haus, hinter dessen Fassade das beste Restaurant der Stadt residiert, wirkt wenig einladend. Die gerunzelte Stirn des Gondolieres bei seiner Rückfrage, ob er nicht warten soll, macht die Situation nicht besser.

In meinem schicken schulterfreien Etuikleid stehe ich an der verwitterten Holzpforte und klopfe das geheime Zeichen.

Ein Kellner öffnet und reicht mir eine venezianische Maske.

„Sie kommen ohne Begleitung?“

Ich nicke und werde von ihm durch einen luxuriös ausgestatteten, völlig menschenleeren Innenhof geführt.

Vor einer weiteren, weit moderneren Tür tritt er zur Seite, öffnet und schließt direkt nach meinem Hindurchtreten, ohne mir zu folgen.

Sukzessiv gewöhne ich mich an das schummrige Licht. Mir schwant, am falschen Ort zu sein.

Das Etablissement mit der düsteren Musik, dem skurrilen Interieur und den freizügig gekleideten Gästen ist mitnichten ein Restaurant.

„Du bist neu hier.“

Eine Hand landet auf meinem Hintern und ich werde an eine harte Brust gepresst.

Erschrocken reiße ich mich los, stürme zum Steg und springe in meiner Panik in den Kanal.

Beim Auftauchen höre ich näherkommende Schritte.

„Wo willst du so eilig hin?“

Als wollte er mich verhöhnen, lugt der Mond in diesem Moment durch eine Wolke hervor und gibt den Blick auf einen bildhübschen Mann im Smoking frei.

„Mondscheinbaden!“, sage ich in dem irrwitzigen Versuch, schlagfertig zu sein.

Er steigt aus seinen Slippern und springt mit der Frage „Darf ich dir Gesellschaft leisten?“ kopfüber zu mir ins Wasser.

#lovestoryzeit zum Thema Familiengeheimis

Seit Stunden räumen wir den Dachboden meiner Schwiegereltern auf. Nachdem die Mutter meines Mannes gestorben war, ist es an der Zeit, das Haus in den Bergen zu verkaufen.

Fast zwanzig Jahre sind wir verheiratet und fast ebenso lange hatte Timo keinen Kontakt zu seinen Eltern, aber als einziger Nachfahre obliegt es ihm, den Nachlass zu verwalten.

Zwischen Müll und Gerümpel stoße ich auf eine abgegriffene Holztruhe, die wahrlich bessere Zeiten gesehen hat. Dennoch weckt sie mein Interesse. Leider ist sie verschlossen.

„Meinst du, wir finden den Schlüssel hierzu?“

Ich richte mich auf und strecke meinen verspannten Rücken. Timo kommt zu mir, wirft einen kurzen Blick auf die Kiste und mit einem Mal spüre ich, dass etwas nicht stimmt.

„Wirf sie in den Container. Das ist Müll.“

Wie zur Bestätigung, dass etwas nicht in Ordnung ist, kommt er zu mir, küsst mich und versucht mich mit seinen flinken Fingern abzulenken.

Geschickt winde ich mich aus seiner Umarmung.

„Netter Versuch. Also, was ist das?“

„Tabby, lass es gut sein.“

„Nein, raus mit der Sprache.“

„Ein Familiengeheimnis.“

Seufzend dreht er sich um und holt aus dem hinteren Teil des Dachbodens einen Schlüssel, der auf einem kleinen Vorsprung in der Wand liegt. Er öffnet die Kiste und es kommen unzählige Bilder und Erinnerungsstücke zum Vorschein. Ich nehme ein gerahmtes Foto hervor. Es zeigt ein Mädchen, etwa fünfzehn Jahre.

„Wer ist das?“

Mit traurigen Augen, die um eine tröstende Umarmung flehen, sieht er mich an.

„Meine verstorbene Schwester Claire.“

#lovestoryzeit zum Thema Ausgespannt

„Du hast zehn Tage im Urlaub ausgespannt. Wieso willst du schon wieder verreisen?“ 

„Na ja, Urlaub war …“ 

„Papperlapapp. Komm mir jetzt nicht damit, deine Kinder wären anstrengend.“ 

„Aber so …“ 

„Weil dein Göttergatte überall Homeoffice machen kann, nutzt ihr das als geschickten Schachzug, eurem ausschweifenden Lebenswandel zu frönen.“ 

Langsam glaube ich, meine Freundin Geli ist übergeschnappt. Es war unser erster Urlaub seit vier Jahren. Die Pandemie und meine Operationen haben es uns unmöglich gemacht, mit der Familie zu verreisen. Als es dann endlich so weit war, brach eine Katastrophe nach der nächsten über uns herein. 

Schon auf der Hinfahrt hatte das Auto Probleme gemacht, aber die Mitarbeiter einer freundlichen Autowerkstatt in der Nähe von Hannover haben das Auto repariert. 

Mit Verspätung in Hamburg angekommen, konnten wir wieder lachen. Bis zum nächsten Morgen. 

Meine Operationsnarbe war aufgegangen und ich musste in die Notaufnahme. Während ich stundenlang darauf gewartet habe, dass mir die Ärzte ein ok für den Urlaub geben, hat unser Auto ganz die Grätsche gemacht. 

Zu allem Überfluss wollte man mich operieren und ich habe mit der Auflage, dass ich am kommenden Tag in eine heimatnahe Klinik fahre, gerade so die Überfahrt zum Musical erreicht. 

Nach einem tränenreichen Abschied von meinem Mann und den Kindern bin ich am nächsten Morgen nach Hause, um mich nach einer 6-stündigen Zugfahrt erneut in eine Notaufnahme zu setzen. 

Meine Familie am anderen Ende des Landes konnte nicht glauben, dass man mich dort ohne Weiteres entlassen hatte. 

Und nun? Nach einer Nacht im eigenen Bett habe ich mich mit meinen Krücken wieder in den Zug gesetzt, um endlich an die Ostsee zu fahren. 

Mit der Planung von Arztbesuchen und der bangen Frage, ob und wie wir unser Auto zurückbekommen, war an Erholung nur rudimentär zu denken. An die Pannen auf dem Rückweg und den grippalen Infekt möchte ich mit nicht länger erinnern. 

Und jetzt, wenige Wochen später, geht es nach Köln und es ist mitnichten Urlaub. 

„Die Reise nach Köln ist übrigens kein Kurztrip. Ich werde morgen zum 4. Mal operiert.“ Mit diesen Worten beende ich das Gespräch und womöglich auch unsere Freundschaft.

#lovestoryzeit zum Thema Kalte Füße 

„Hey Jes, was ist los? Hast du Hummeln im Hintern oder warum bist du heute so ungewöhnlich nervös?“

„Ich habe kalte Füße!“

Dini lässt ihren Blick auf meine in warme Flauschsocken eingekuschelten Füße wandern und zieht skeptisch die Augenbraue nach oben.

„Im übertragenen Sinn. Du weißt schon warum.“

Heute ist DER Tag und ich bin nervöser, als ich es vermutet hatte. Es ist nicht mein erstes Mal, aber zum ersten Mal trage ich die Verantwortung nicht für mich allein. In dieser Sache hängen viele andere mit drin und alle verlassen sich auf mich. Verlassen sich darauf, dass alles funktioniert und vor allem, dass wir Erfolg haben.

Ist es da verwunderlich, dass mir der A… auf Grundeis geht?

Man sieht Dini an, dass ihr der Grund für meine Unruhe aufgeht und sie wird ein bisschen blass um die Nase.

„Wann gehts los?“

Obwohl es nichts mit der Uhrzeit zu tun hat, sehe ich auf die Digitalanzeige meines Backofens.

„Gar nicht. Es läuft schon, aber ich trau mich nicht nachzusehen.“

Sie zückt ihr Handy, tippt ein paar Mal drauf herum und hält mir den geöffneten Instagrambeitrag über unsere Veröffentlichung der Spendenanthologie vom Club der Selfpublisher hin.

Jetzt schlägt für mich die Stunde der Wahrheit. Ich habe nicht mehr nur kalte Füße, sondern auch einen Kloß im Hals und einen Knoten im Magen. Was, wenn …

„Sieh mal, die ersten Kommentare. Alle sind begeistert und gratulieren uns zum Projekt. Eine schreibt sogar, dass sie ins Cover schockverliebt ist. Zeit, deine Wollsocken auszuziehen.“